Sakramente sind wirksame Zeichen der Liebe Gottes. Dies bedeutet, dass sich Gott dem Empfänger des Sakramentes mit seiner Liebe in besonderer Weise zuwendet. Es bedeutet aber nicht, dass Gott den Menschen seine Liebe nur durch die Sakramente zukommen lässt. Gottes Liebe ist nicht an die Sakramente gebunden. Umgekehrt dürfen wir jedoch sicher sein, dass Gott selbst es ist, der in den Sakramenten handelt und sich und seine Liebe dem Empfangenden mitteilt.

Die katholische Kirche kennt sieben Sakramente. Diese werden in besonderen Situationen des Lebens gespendet:

Taufe, Eucharistie/Kommunion, Versöhnung, Firmung, Trauung und Ehe, Krankensalbung, Priesterweihe, Sterben und Tod, Beerdigung

 

Gott nimmt jeden Menschen an und liebt ihn. Äusseres Zeichen dafür ist die Taufe. Gott schenkt dem Täufling neues, göttliches Leben, welches auch den Tod überlebt. Aber nicht Gott braucht dieses Zeichen, sondern der Mensch. Darum wurde im Frühling 2007 von Rom offiziell der so genannte Vorhimmel (limbus puerorum) abgeschafft, in den laut früherer Lehre ungetaufte Kinder nach ihrem Tod kommen sollten. Auch der ungetaufte Mensch ist Kind Gottes.

Für die Gemeinschaft der Kirche ist die Taufe das Sakrament der Aufnahme des Menschen in diese Kirche.

Zur Zeit Jesu gab es die Taufe in unserem Sinn noch nicht. Johannes der Täufer rief auf zur Umkehr. Seine Taufe war eine Busstaufe, ein Zeichen dafür, dass der Mensch sich von der Sünde abwenden und sein Leben neu auf Gott ausrichten wollte.
Erst gegen Ende des ersten Jahrhunderts entwickelte sich die Taufe auf den dreifaltigen Gott als Aufnahme in die Kirche. Anlass dazu gab der «Taufbefehl» am Ende des Matthäus-Evangeliums, in dem Jesus seinen Jüngern den Auftrag gibt, in die Welt hinaus zu gehen, die Menschen zu taufen und sie zu lehren.

Bei der heutigen Zeremonie giesst der Taufende dem Täufling das Taufwasser drei Mal in Form eines Kreuzes über die Stirn und sagt dazu: «Name, ich taufe dich im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.»

Die Taufe ist das erste der sieben Sakramente und die Voraussetzung für den Empfang aller anderen.

Administratives dazu finden Sie unter:   Im Lauf des Lebens/Geburt und Taufe

Wir Menschen erfahren uns oft als schuldhaft – gegenüber Gott und unseren Mitmenschen. Im Busssakrament feiern wir darum stets neu die Gabe der göttlichen Versöhnung.   

Wir Menschen sind eingeladen, unser Leben immer wieder zu überdenken und neu auszurichten. So hat Jesus seine öffentliche Tätigkeit mit dem Ruf begonnen: «Die Zeit ist erfüllt, das Reich Gottes ist nahe. Kehrt um und glaubt an das Evangelium.» (Mt 1,15)

Als Beauftragter Jesu («Wem ihr die Sünden vergebt, dem sind sie vergeben; wem ihr die Vergebung verweigert, dem ist sie verweigert»; Joh 20,23) nimmt der Priester das Reuebekenntnis entgegen und erteilt die Lossprechung: «Durch den Dienst der Kirche schenke Gott dir Verzeihung und Frieden. So spreche ich dich los von deinen Sünden: Im Namen des Vater und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.»

Die christliche Tradition kennt mehrere Formen des Versöhnungssakramentes. Unsere Pfarrei praktiziert als Sakrament der Versöhnung bzw. als Busssakrament die gemeinschaftliche Versöhnungsfeier (vor Weihnachten und Ostern), den Versöhnungsweg (im Juni/Juli) und die Einzelbeichte (nach Absprache).

Immer wird uns im Sakrament der Versöhnung das Erbarmen und Verzeihen Gottes neu zugesprochen. Gott will uns Menschen das Heil durch wahrnehmbare Zeichen mitteilen: So wird uns Menschen – wie in der Begegnung vom verlorenen Sohn und dem barmherzigen Vater – ein Neuanfang ermöglicht.

 

Wir Menschen brauchen Nahrung und Tischgemeinschaft. Im Feiern der Eucharistie und dem Empfang der Kommunion begegnen wir Jesus Christus und er führt uns als kirchliche Gemeinschaft zusammen.

Eingeladen von Jesus Christus («Tut dies zu meinem Gedächtnis» 1 Kor 11,23-35) versammelt sich die Pfarreigemeinschaft zur Eucharistiefeier. Sie begeht in ihr das Gedächtnis des Todes und der Auferstehung Jesu Christi und dankt Gott für sein Handeln zum Heil der ganzen Schöpfung. Die Messfeier ist die Mitte des Gemeindelebens und die Quelle jenes Tuns der christlichen Gemeinschaft und der Gläubigen, aus dem alles kirchliche Handeln hervorgeht.

In den Zeichen von Brot und Wein wird Jesus Christus gegenwärtig: Er lässt uns teilnehmen an seinem Leben und fügt uns so immer wieder neu zur kirchlichen Gemeinschaft zusammen. 

In der tätigen Mitfeier werden die vielfältigen Geistesgaben erfahrbar und im Zusammenspiel der liturgischen Dienste kommt die pfarreiliche Vielfalt zum Tragen. Im Empfang der Kommunion erhalten wir – als Vorgeschmack auf das himmlische Hochzeitsmahl - das ‚Brot des Lebens’, das uns als Christinnen und Christen für den Alltag stärkt.

 

Die Firmung ist das Sakrament der Festigung und Stärkung. Der Mensch entscheidet sich bewusst für Gott und bekräftigt damit seine Taufe.

Jesus verspricht den Jüngern seinen Heiligen Geist (Lk 24,49), der in der Geisttaufe am Pfingsttag auf diese niederkommt (Apg 2). Gott schenkt damit allen Menschen den Heiligen Geist. Der Geist Gottes wirkt in und durch uns Menschen.

Mit den Worten: «Sei besiegelt durch die Gabe Gottes, den Heiligen Geist», erhält der Firmling durch den Firmspender (siehe Apg 8,17) durch Handauflegung und Salbung mit Chrisam-Öl den Geist als Stärkung von Gott geschenkt.

Der Geist entfaltet in jedem gefirmten Menschen seine Wirkung und verleiht Mut, Kreativität und Tatkraft, Weisheit und Gerechtigkeit. Gaben, die aus ihm einen aufrechten Christen machen, der in der Welt als Zeuge für Gottes Liebe wirkt.